DIE ABTREIBUNGSPILLE - MIFEGYNE (RU 486)

Zulassung

In Frankreich ist Mifegyne seit 1988 zugelassen, England und Schweden folgten 1991 und 1992. Anfang Juli 1999 erhielt Mifegyne auch in Deutschland die Zulassung. In anderen Ländern wie Schweiz, Österreich, Belgien, Holland, Dänemark, Griechenland, Finnland und Spanien ist Mifegyne ebenfalls zugänglich.

In der EU kommt medikamentöser Abbruch mit der Mifegyne bis zum 63. Tag zur Anwendung. Allerdings ist die Erfolgsquote im späteren Stadium etwas geringer,die Blutungen sind tendenziell länger und stärker. Ebenso die Schmerzen.Das Medikament ist neben dem freiwilligen Schwangerschaftsabbruch auch für medizinische Zwecke (bei einem medizinisch begründeten Abbruch) zugelassen

Wie wirkt Mifegyne?

Das vom weiblichen Körper produzierte Hormon Progesteron verändert die Gebärmutterschleimhaut so, dass sich die befruchtete Eizelle einnisten kann. Progesteron ist für die Erhaltung der Schwangerschaft notwenig. Mifegyne (Abtreibungspille hat eine entgegengesetzte Wirkung, ist also ein Anti-Progesteron. Es blockiert die Zellen in der Gebärmutterschleimhaut und verunmöglicht so, dass das Hormon Progesteron seine Wirkung entfalten kann. Die Gebärmutterschleimhaut löst sich und wird – wie bei einer Regelblutung – abgestossen. Um die Wirkung der Abtreibungspille zu verstärken, wird zusätzlich eine geringe Dosis des Hormons Prostaglandin (Cyprostol) verabreicht. Es bewirkt, dass sich die Gebärmutter zusammenzieht und somit die Abstoßung erleichtert.

Die Erfolgsrate ist in früheren Stadien besser. Daher sollte der Eingriff so bald wie möglich durchgeführt werden.

Bis zu welchem Zeitpunkt ist ein SS-Abbruch mit Mifegyne möglich?

Ein medikamentöser Schwangerschaftsabbruch mit Mifegyne kommt nur in der frühen Schwangerschaft in Frage, da die Wirksamkeit des Mittels mit fortschreitender Dauer der Schwangerschaft abnimmt. Mifegyne kann bis zum 63. Tag nach Beginn der letzten Monatsblutung angewendet werden.

Wann kann frühestens der SS-Abbruch durchgeführt werden?

Der medikamentöse Abbruch mittels Mifegyne kann unmittelbar nach einem positiven SS-Test durchgeführt werden.

Das Abwarten bis man im Ultraschall das Embryo bzw.die Herzaktion sieht, ist nicht notwendig und wiederspricht der eigentlichen Idee des medikamentösen SS-Abbruches. Der SS-Abbruch vor dem Erscheinen der Herzaktion ist für die Betroffenen wesentlich leichter zu verkraften.Es muss lediglich eine Eileiterschwangerschaft durch 2 Blutabnahmen ausgeschlossen werden. Die Halbierung des Schwangerschaftshormons (ß-HCG) innerhalb einer Woche schließt eine Eileiterschwangerschaft definitiv aus.

Hinzu kommt: je früher der Abbruch,umso geringer ist die Blutung.

Wie oft müssen Sie zum Arzt?

Es sind zwei Institutbesuche erforderlich.

Beim ersten Besuch stellt der Arzt fest, wie lange Sie schon schwanger sind. In einem persönlichen Gespräch wird geklärt, ob ein medikamentöser Schwangerschaftsabbruch in Frage kommt. Spricht nichts gegen einen medikamentösen Schwangerschaftsabbruch, nehmen Sie unter ärztlicher Aufsicht drei Tabletten Mifegyne® ein. Sie erhalten genaue Hinweise, an wen Sie sich wenden können, falls Probleme (zum Beispiel starke Blutungen) auftreten. Danach können Sie das Institut verlassen. Manchmal kommt es bereits am folgenden Tag zur Blutung, in drei Prozent der Fälle wird bereits vor der Einnahme des Prostaglandins das Schwangerschaftgewebe ausgestoßen. Die meisten Frauen spüren jedoch keine körperliche Veränderung bis zur Einnahme des Prostaglandins. 36 bis 48 Stunden nach der Einnahme von Mifegyne® nehmen Sie zu Hause (wenn erwünscht auch im Institut) zwei Prostaglandintabletten ( Cyprostol). Diese werden Ihnen beim Erstbesuch des Institutes von ihrem Arzt mitgegeben und sind oral einzunehmen. Bei den meisten Frauen kommt es in den nächsten Stunden nach oraler Einnahme der Cyprostoltabletten zu einer stärkeren Blutung und damit zum Abbruch. Bei jeder vierten Frau aber erst nach mehr als 24 Stunden. Um die Wirksamkeit der Methode zu erhöhen, kann drei Stunden nach der ersten Prostaglandingabe eine zweite erfolgen, wenn bis dahin keine Blutung eingesetzt hat. Der zweite Besuch im Institut (ca. 14 Tage später) dient der Nachuntersuchung, um sicherzustellen, dass der Schwangerschaftsabbruch vollständig erfolgte.

Wie wirksam ist Mifegyne?

Die kombinierte Anwendung von Mifegyne® mit Prostaglandin führt bei rund 97 Prozent der Frauen zum vollständigen Schwangerschaftsabbruch. In 3% der Fälle, wenn es nicht zum Schwangerschaftsabbruch gekommen oder Restgewebe in der Gebärmutter verblieben ist, wird ein zusätzlicher instrumenteller Eingriff, d.h. eine Cürettage erforderlich.

Welche Nebenwirkungen oder Komplikationen können auftreten?

Mögliche Nebenwirkungen sind Unterleibsschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Kreislaufprobleme. Wie bei jedem Schwangerschaftsabbruch kommt es zu Blutungen, die nach der Einnahme von Mifegyne jedoch bis zu 12 Tage andauern können. In seltenen Fällen machen diese Blutungen eine ärztliche Behandlung erforderlich.In diesen Fällen muss die Patientin im Institut oder in der nächstgelegenen ärztlichen Einrichtung oder im nächstgelegenen Krankenhaus vorstellig werden.

Wann kommt ein Schwangerschaftsabbruch mit Mifegyne nicht oder nur unter Beachtung besonderer Vorsichtsmaßnahmen in Frage?

Mifegyne darf nicht angewendet werden,

Frauen mit einer Blutgerinnungsstörung sollten abklären lassen, ob die Anwendung von Mifegyne möglich ist. Bei Frauen, die mit Kortison behandelt werden, muss bei Anwendung von Mifegyne die Dosierung des Kortisons überprüft werden.

Ist die Schwangerschaft trotz Verwendung einer Spirale eingetreten, muss diese vor Einnahme von Mifegyne® entfernt werden.

Wer darf Mifegyne verschreiben ?

Mifegyne darf ausschließlich in Kliniken oder Institut bzw.Ambulatorien zur Durchführung von Schwangerschaftsabbrüchen berechtigt sind, abgegeben werden. Wir sind die einzige private Institution in Oberösterreich mit behördlicher Genehmigung. Welche Aspekte können bei der Entscheidung für oder gegen einen medikamentösen Abbruch mit Mifegyne eine Rolle spielen?

Die bisherigen Erfahrungen mit dem medikamentösen Abbruch zeigen, dass für Frauen unterschiedliche Aspekte wichtig sind, beispielsweise:

Fast alle Frauen wählen die Abtreibungspille, wenn sie die Möglichkeit der Wahl zwischen der medikamentösen und der Absaugmethode haben.