Minipille

Die Minipille wird vor allem starken Raucherinnen, Frauen ab 35, stillenden Frauen und bei Endometriose verschrieben. Enthält kein Östrogen sondern nur ein Hormon “Progesteron”.

Minipillen enthalten als Wirkstoff entweder das Gestagen Levonorgestrel oder Desogestrel. Beide Hormone sorgen dafür, dass sich der Schleim im Gebärmutterhals so verfestigt, dass keine Samenfäden in die Gebärmutter eindringen können. Außerdem baut sich unter ihrem Einfluss die Gebärmutterschleimhaut nur unzureichend auf, sodass sich ein befruchtetes Ei nur schwer einnisten könnte. Im Gegensatz zu Levonorgestrel unterbindet Desogestrel in der Regel zusätzlich noch den Eisprung und gewährleistet damit eine höhere Verhütungssicherheit.

Die Anwendung der Minipille

Bei der ersten Anwendung der Minipille beginnt man mit der Pilleneinnahme am ersten Tag der Menstruation. In diesem Fall setzt die empfängnisverhütende Wirkung sofort ein. Nimmt man die erste Pille zwischen Tag zwei und fünf der Regelblutung ein, muss in den sieben Folgetagen zusätzlich mit einer Barrieremethode (zum Beispiel einem Kondom) verhütet werden. Wechselt man von einem anderen hormonellen Verhütungsmittel zur Minipille, können andere Einnahmeregeln gelten. Für einen sicheren Empfängnisschutz ist es daher wichtig, die Anwendungshinweise im Beipackzettel des jeweiligen Präparates genau zu beachten.

Die Minipille wird 28 Tage durchgängig und ohne anschließende Pillenpause eingenommen.

Die Sicherheit der Minipille

Weil die Minipillen jeden Tag möglichst zur gleichen Uhrzeit eingenommen werden müssen, verlangt ihre Anwendung größere Disziplin als die der Kombinationspille.

Bei der Minipille mit dem Wirkstoff Levonorgestrel ist der Empfängnisschutz bereits bei einer um mehr als drei Stunden verspäteten Einnahme nicht mehr sicher. Aus diesen Gründen ist ihre Zuverlässigkeit nicht so hoch wie die der Kombinationspille.

Bei der Minipille mit dem Wirkstoff Desogestrel ist der Empfängnisschutz bei einer verspäteten Einnahme erst ab zwölf Stunden gefährdet. Sie gilt als ähnlich sicher wie die Kombinationspille.

Die Vorteile der Minipille

Minipillen haben im Allgemeinen geringere Nebenwirkungen als Kombinationspillen. Sie eignen sich besonders für Frauen, die Östrogene nicht vertragen. Auch für Frauen, die stillen und dennoch hormonell verhüten wollen, wird die Minipille empfohlen. Der Grund: Gestagene verringern die Milchmenge nicht und verändern die Zusammensetzung der Muttermilch kaum.

Dagegen nimmt das Baby bei einer herkömmlichen Pille mit der Muttermilch eine zu große Hormonmenge auf. Außerdem produziert die Mutter unter dem Einfluss von Östrogen weniger Milch.

Die Nachteile der Minipille

Minipillen können Kopfschmerzen, Akne, Brustspannen, Übelkeit und Stimmungsschwankungen verursachen. Außerdem können Zwischenblutungen und Zyklusunregelmäßigkeiten auftreten, manchmal bleiben die Blutungen ganz aus.

Einige Antibiotika, Schlaf- und Beruhigungsmittel sowie Antiepileptika beeinträchtigen die Wirkung der Minipillen.

Die Kosten der Minipille

Die Minipille mit dem Wirkstoff Levonorgestrel kostet im Dreierpack ca. 25 Euro. Das Präparat mit dem Wirkstoff Desogestrel kostet in der Dreimonatspackung ungefähr 30 Euro.